In der Literatur ist die Rede davon, dass die australischen Ureinwohner vor zehntausend Jahren bereits Wurzeln, Früchte und Blätter des Teebaums als Heilmittel benutzten. Die Frauen wickelten beispielsweise ihre Babys direkt nach der Geburt in die Baumrinde ein, um sie damit vor Infektionen zu schützen. Das Öl, das aus der Zerkleinerung und Pressung der Blätter gewonnen wurde, diente der erfolgreichen Behandlung von Wunden, Entzündungen und Infektionen. Aus gestampfter Rinde, die mit Wasser zu einem Brei verrührt wurde, fertigte man Umschläge und Verbände, die mehrfach wirkten. Sie schützten vor Infektionen, beschleunigten die Heilung und hielten Insekten fern. Der Tee aus den Blättern war ein gebräuchliches Mittel gegen Müdigkeit und Schwächeanfälle. Auch sollte es die seelische Ausgeglichenheit fördern.
1770 entdeckte Kapitän James Cook Australien und brachte von dort das Teebaum-Öl nach Europa. Obwohl die Engländer, die in Australien blieben und sich ansiedelten, den Teebaum zu schätzen wussten und seine Produkte weiterhin verwendeten, geriet das Teebaumöl in Europa zunächst wieder in Vergessenheit. Erst Anfang dieses Jahrhunderts begann man erneut, sich auf die Heilkräfte zu besinnen.
Teebaum ist ein Sammelbegriff für verschiedene Sträucher und Bäume der Gattung MELALEUCA. Es gibt insgesamt etwa 300 Arten des Teebaums, aber nur der MELALEUCA alternifornia zeichnet sich durch seine optimale Heilwirkung aus. Auch stellte man in Studien fest, dass nur die Pflanze in der Gegend um Sydney, New South Wales, den geforderten Eigenschaften entspricht. Selbst Teebaumpflanzen der Melaleuca alternifornia aus dem Norden Australiens verlieren an Wirkstoffen und können sogar Reizungen hervorrufen.
Um 10 Liter Öl zu destillieren wird ca. 1 Tonne Blätter benötigt.
Der Ursprungsbaum im sumpfigen Urwald, dessen Blätter von Hand gepflückt werden müssen oder aber auf Plantagen gezogene Bäume, deren Blätter maschinell geerntet werden. Die Herkunft ist also für die Qualität entscheidend und hierin begründet sich auch die extremen Preisunterschiede im Handel. Bei Plantagenware wurden daher noch zusätzliche Qualitätsstufen eingeführt.
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